Die Lobauautobahn und der 1.Mai
Bei bestem Wetter und Temperatur nahe 30 Grad, war auch die Lobauautobahn bei den Feierlichkeiten zum 1. Mai ein Thema.
Am Weg zur Festbühne vor dem Rathaus tragen die SPÖ Granden, ihr rückgewandtes Verkehr-Manifest stolz vor sich her.
Kraft ihrer Macht wollen sie den Tunnel zum Schaden der Wiener Bevölkerung durchdrücken und berauben sich so der Möglichkeit Verkehr und Mobilität zukunftsfit zu machen.
Ganz anderes gabs auf der Donauinsel unter der Stadlauer Ostbahnbrücke.
Das Magika Kollektiv veranstaltete dort wiederholt ein Rave zu Lebensfreude, Musik, Tanz und klarer politischer Botschaft, um sich kreativ gegen den Bau des Tunnels zu positionieren.
Das Lobau Forum hatte Gelegenheit den Status Quo zu beleuchten und zu Zusammenarbeit aufzurufen.
Die leider nicht ganz einfachen akustischen Gegebenheiten, rollende Züge auf der Brücke, möge man bitte verzeihen.
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Zu der Station Lobau, die auch im Video angesprochen wird, hat die Krone nun auch einen Beitrag gebracht.
Das sattsam bekannte Ping-Pong zwischen Wien Politik und ÖBB darf da natürlich nicht fehlen.
SPÖ und wieder Bezirkskaiser Nevrivy sind für die Station, die ÖBB argumentiert mit zu wenig Auslastung und Taktverschlechterung, was eine Behauptung ist die ganz leicht zu widerlegen ist. Die Fahrzeit nachher ist die selbe als sie vor der Schließung der Station Lobau war nur die Taktrate war ausgedünnt!
PS. Hier noch die Details zu der „Strategischen Prüfung Verkehr” die im Video (ab Min. 4:27) angesprochen wurde.
In dem 518-seitigen Gutachten des Umweltbundesamtes, das unter Beteiligung von TU Wien, TU Graz und einem Verkehrsplanungsbüro verfasst worden war, lautet das Fazit: Von 10 untersuchten Verkehrs-Varianten ist der Tunnelbau die teuerste, die noch dazu mehr Schwer- und vor allem neuen Transitverkehr anziehen wird und auch deshalb kaum entlastet. Im Detail dazu sind vier analysierte Varianten nun angeführt:
Variante I - Bau der S1 mit Lobautunnel wie geplant:
Mit 2,4 Milliarden Euro ist diese Variante die teuerste der vier geprüften Varianten. Sie habe laut der Studie . „Vorteile in der verkehrlichen Abwicklung bei weiterhin hoher Auslastung im bestehenden Straßennetz”, die in Summe zur höchsten Verkehrsbelastung aller Alternativen führt. Kurzfristige wirtschaftliche Effekte seien möglich, langfristige positive wirtschaftliche Aspekte werden nicht erwartet. Sie stehe allen nationalen und lokalen Klimazielen entgegen.
Variante II - Schnellstraße von Süßenbrunn bis Groß-Enzersdorf und Ausbau öffentlicher Verkehr:
Diese Variante kostet 1,04 Milliarden Euro und bringt laut Studie eine weiter hohe Auslastung im bestehenden Straßennetz, führe aber zu einer besseren Erreichbarkeit für viele Wienerinnen und Wiener im öffentlichen Verkehr - die zusätzlichen ÖV-Maßnahmen über das ÖBB Zielnerz hinaus werden Investitionen von rund 0.4 Mrd. Euro kosten. Auch bei dieser Alternative werden nur kurzfristig positive Impulse für die Wirtschaft erwartet.
Variante III - keine S1, aber Ausbau öffentlicher Verkehr und verkehrslenkende Maßnahmen:
Die Kosten von 0.4 Milliarden Euro entfallen auf den Ausbau von Straßenbahnlinien. Optimierung von Buslinien und Verbesserung der Radinfrastruktur. Die Studie geht daraus resultierend von einer markanten Reduktion der Verkehrsleistung und damit einer geringeren Auslastung bzw. Belastung des Straßennetzes bei gleichzeitiger Verbesserung der Reisezeiten (speziell auch auf der Sudost-Tangente) aus. Diese Variante trage zur Erreichung umweltrelevanter Ziele bei. Gesamtwirtschaftlich wird sie neutral bewertet, leicht positive Wirkungen werden auf die Regionalwirtschaft erwartet.
Variante IV - Landstraße von Süßenbrunn bis Groß-Enzers-dorf:
Diese Alternative führt zu keiner Änderung oder Verbesserung des überregionalen Verkehrsnetzes. die Auslastung im Straßennetz bleibt hoch. Insgesamt kann eine sehr geringe Abnahme der Verkehrsleistungen im Individualverkehr erreicht werden, die Wirkungen hinsichtlich Treibhausgasen. Luftschadstoffen und Lärm leisten keinen relevanten Beitrag zu den Umweltzielen, auch ergeben sich keine Änderungen im öffentlichen Verkehr. Die Investitionkosten von 0,7 Milliarden Euro fallen deutlich geringer aus.