Sind wir am richtigen Weg?

Seit 1. März 2022 gilt in ganz Wien die flächendeckende Kurzparkzone und für alle Anrainer-PKW die Parkometerabgabe, das Parkpickerl in der Höhe von 10 € pro Monat.

Der Donaustädter Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy argumentierte im Vorfeld, dass mit der Einführung der flächendeckenden Parkraumbewirtschaftung in der Donaustadt es auch zu Straßenrückbau kommen werde. Frei werdende Parkplätze würden dann einen Beitrag zu Klimaschutz leisten können.

Nichts dergleichen ist aber geschehen. Im Gegenteil, viele nutzten die günstige Parkometerabgabe um ihre teuren Garagen gegen einen Straßenparkplatz zu tauschen. In der von der Stadt Wien gemachten „Nachher-Untersuchung” finden sich dazu allerdings keine Hinweise.
Des weiteren sollte das Parkpickerl  – wie in anderen Städten – nur dann genehmigt werden, wenn keine private Abstellmöglichkeit verfügbar ist, und je nach Lage und Zentralität gestaffelte Gebühren könnten, wie etwa in Amsterdam, die Wirksamkeit der Wiener Parkraumbewirtschaftung erhöhen.
Enormes Verbesserungspotenzial ergäbe sich durch kleinere Berechtigungszonen, denn Parkpickerl für ganze Bezirke verursachen Binnenverkehr und schmälern den Verlagerungseffekt auf Öffentlichen Verkehr, Gehen und Radfahren.

Straßenrückbau also leider nicht möglich.
 
Die Donaustadt ist wie alle anderen Flächenbezirke, mit wachsendem PKW Anteil konfrontiert, ganz im Gegensatz zu den Innerstädtischen Bezirke wo der PKW Anteil pro Einwohner im Abnehmen ist.

Verantwortung dafür zeichnet die bewußte Benachteiligung des Öffentlichen Verkehr in der Donaustadt, der nicht im erforderlichem Ausmaß zur Stadterweiterung betrieben wird. Damit steigert sich der MIV (Motorisierte Individualverkehr) und das „Bedürfnis” die „Stadtstraße” und den Lobautunnel bauen zu müssen. Lauter Irrwege zu Lasten der Einwohner und Anrainer.

Da kommt die Mega-Radwegoffensive der Stadt Wien dann eben gerade Recht. Um 100 Mio. € werden einige wenige Radwege installiert die Wien als Musterklimastadt beweisen sollen.  Bestehende Konzepte werden leider nicht aufgegriffen und umgesetzt (im Detail).